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	<title>Dr. Jochen Th. Kulow</title>
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	<description>Zahnarzt für Rekonstruktive Zahnheilkunde</description>
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			<item>
		<title>Röntgenstrahlung und ihre &#8220;Gefährlichkeit&#8221;</title>
		<link>http://www.dr-kulow.de/archives/188</link>
		<comments>http://www.dr-kulow.de/archives/188#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 21:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeinzahnmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Zahnheilkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgen]]></category>
		<category><![CDATA[Tag hinzufügen]]></category>

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		<description><![CDATA[

Aussagen über die Gefährdung durch Röntgenstrahlung basieren im wesentlichen auf statistischen Berechnungen, sind also Wahrscheinlichkeitsabschätzungen. Da in der radiologischen Medizin allerdings nur verhältnismäßig geringe Strahlendosen verwendet werden, läßt sich deren Auswirkung auf den menschlichen Körper statistisch kaum erfassen. Hierzu müssten ca. 10 Millionen Menschen über 50 Jahre beobachtet werden. Daher werden bekannte Auswirkungen bei deutlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a name="oben"></p>
<h2></h2>
<p></a>Aussagen über die Gefährdung durch Röntgenstrahlung basieren im wesentlichen auf statistischen Berechnungen, sind also Wahrscheinlichkeitsabschätzungen. Da in der radiologischen Medizin allerdings nur verhältnismäßig geringe Strahlendosen verwendet werden, läßt sich deren Auswirkung auf den menschlichen Körper statistisch kaum erfassen. Hierzu müssten ca. 10 Millionen Menschen über 50 Jahre beobachtet werden. Daher werden bekannte Auswirkungen bei deutlich höheren Strahlendosen zurückgerechnet, wobei man von einem linearen Verlauf der Gefährdung ausgeht. Dies bedeutet: Eine Verdopplung der Strahlendosis führt zu einer Verdopplung des Risikos, eine Halbierung zu einer Halbierung. Bekannt sind die Auswirkungen der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki sowie von Atomwaffentestversuchen und von Arbeiten unter erhöhter &#8220;natürlicher&#8221; Strahlenbelastung (z.B. im Uranerzbergbau).<span style="font-size: xx-small;"></p>
<ul>
<li><a href="http://www.meb.uni-bonn.de/radiologie/Patienteninformation/Roentgen_Gefahr.html#Was">Was macht Röntgenstrahlung gefährlich?</a></li>
<li><a href="http://www.meb.uni-bonn.de/radiologie/Patienteninformation/Roentgen_Gefahr.html#Belastung">Verschiedene Strahlenbelastungen im Vergleich</a></li>
<li><a href="http://www.meb.uni-bonn.de/radiologie/Patienteninformation/Roentgen_Gefahr.html#Risiko">Risikoabschätzungen im Vergleich</a></li>
<li><a href="http://www.meb.uni-bonn.de/radiologie/Patienteninformation/Roentgen_Gefahr.html#Zusammen">Zusammenfassung</a></li>
</ul>
<p></span></p>
<p> </p>
<hr /><a name="Was"></p>
<h3>Was macht Röntgenstrahlung gefährlich?</h3>
<p></a>Röntgenstrahlen sind eine bestimmte &#8220;Form&#8221; von elektromagnetischen Wellen, auch das sichtbare Licht entspricht elektromagnetischen Wellen. Im Gegensatz zum Licht ist Röntgenstrahlung jedoch wesentlich energiereicher, es ist in der Lage chemische Bindungen aufzubrechen. Wird ein Körper einer Röntgenstrahlung ausgesetzt, geht ein geringer Teil der Energie der Röntgenstrahlen auf den Körper über. Hierbei kommen mehrere physikalische Phänomene zum tragen, die hier nicht näher erläutert werden sollen. Alle Substanzen in einer Körperzelle können prinzipiell hierbei geschädigt werden, letztendlich sind jedoch nur Schäden der Erbsubstanz (DNA) von praktischer Bedeutung.</p>
<p>Schäden der DNA der <strong>Keimzellen</strong> (Eizelle, Spermien) können zu vererbbaren Erkrankungen führen, Schäden der DNA der <strong>Körperzellen</strong> können zu Krebserkrankungen führen. <strong>99,9%</strong> der DNA-Schäden werden durch körpereigene Reparaturmechanismen beseitigt. Nicht alle Körperzellen reagieren jedoch gleich empfindlich auf Röntgenstrahlen.</p>
<p> </p>
<ul>
<li>Eine <strong>hohe Strahlenempfindlichkeit</strong> weisen z.B. auf:
<ul>
<li>blutbildendes Knochenmark</li>
<li>Dickdarm</li>
<li>weibliche Brust</li>
<li>Magen</li>
<li>Lunge</li>
</ul>
<p> </li>
<li>Eine <strong>mittlere Strahlenempfindlichkeit</strong> weisen z.B. auf:
<ul>
<li>Blase</li>
<li>Leber</li>
<li>Speiseröhre</li>
<li>Schilddrüse</li>
</ul>
<p> </li>
<li>Eine <strong>geringe Strahlenempfindlichkeit</strong> weisen z.B. auf:
<ul>
<li>Haut</li>
<li>Knochenoberfläche</li>
<li>Muskulatur</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Die Belastung durch Röntgenstrahlen hängt sowohl von der Höhe der Strahlendosis als auch vom Ort der Bestrahlung ab! Aus diesem Grunde werden bei Dosisabschätzungen die Bestrahlung kritischer Organe stärker gewichtet. Über komplizierte Rechnungen läßt sich nun eine vergleichbare <strong>effektive</strong> Dosis berechnen, die in Millisievert pro Jahr (mSv/a) angegeben wird.</p>
<p><a href="http://www.meb.uni-bonn.de/radiologie/Patienteninformation/Roentgen_Gefahr.html#oben">Zurück zur Übersicht</a></p>
<p> </p>
<hr /><a name="Belastung"></p>
<h3>Verschiedene Strahlenbelastungen im Vergleich</h3>
<p></a></p>
<p>Nicht nur Röntgenstrahlung führt zu einer Strahlenbelastung.</p>
<p> </p>
<ul>
<li>Täglich sind wir einer <strong>natürlichen Strahlenbelastung</strong> ausgesetzt, die sich zusammensetzt aus:<br />
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Kosmischer Strahlung</td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">0,3</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Erdstrahlung</td>
<td align="center" valign="bottom">0,5</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">natürlicher Radoninhalation</td>
<td align="center" valign="bottom">1,3</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Aufnahme natürlicher radioaktiver Stoffe</td>
<td align="center" valign="bottom">0,3</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top"> </td>
<td align="right">
<table border="0" cellpadding="5">
<tbody>
<tr>
<td><strong>Gesamt:</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
<td align="center"><strong>2,4</strong></td>
<td><strong>mSv/a</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> </li>
<li>Hinzu kommt eine <strong>zivilisatorische Strahlenbelastung</strong> aus:<br />
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Kerntechnischen Anlagen</td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">&lt; 0,01</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Anwendung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung in Forschung, Technik und Haushalt</td>
<td align="center" valign="bottom">&lt; 0,01</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Fall-out von Kernwaffenversuchen</td>
<td align="center" valign="bottom">&lt; 0,01</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Anwendung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung in der Medizin</td>
<td align="center" valign="bottom">1,5</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top"> </td>
<td align="right">
<table border="0" cellpadding="5">
<tbody>
<tr>
<td><strong>Gesamt:</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
<td align="center"><strong>1,53</strong></td>
<td><strong>mSv/a</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die Strahlenbelastung in der Medizin hat somit einen nicht unerheblichen Anteil an der gesamten Strahlenbelastung der Bevölkerung, der weitaus größte Anteil entfällt hierbei jedoch auf wenige, schwerkranke Patienten.</p>
<p> </li>
<li><strong>Weitere Beispiele:</strong><br />
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Die durchschnittliche Strahlenbelastung durch das Reaktorunglück in Tschernobyl in Deutschland lag 1990 bei</td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">0,025</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">100 Stunden Farbfernsehen (3m) entsprechen</td>
<td align="center" valign="bottom">0,01</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">100 Stunden vor einem Bildschirm (0,5 m)</td>
<td align="center" valign="bottom">0,12</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">10 stündige Flugreise</td>
<td align="center" valign="bottom">0,1</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Zunahme der kosmischen Strahlenbelastung in 2000 m Höhe gegenüber Meereshöhe</td>
<td align="center" valign="bottom">0,6</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="bottom">Regionaler Unterschied der natürlichen Strahlung innerhalb von Häusern in Deutschland</td>
<td align="center" valign="bottom">0,6</td>
<td valign="bottom">mSv/a</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</li>
</ul>
<p>Die oben aufgeführten Beispiele sollen als Vergleichsmaßstab für die folgende Auflistung von Röntgenuntersuchungen dienen.Eine jährlich <strong>einmalige Röntgenuntersuchung</strong> der folgenden Untersuchungsart führt zu einer zusätzlichen effektiven Dosis:</p>
<table border="0" cellpadding="8">
<tbody>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="top">Zahnuntersuchungen:</td>
<td valign="bottom"> </td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">0,02</td>
<td valign="bottom">mSv</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="top">Röntgenaufnahme:</td>
<td valign="bottom">Schädel<br />
Rippen<br />
Thorax (Lunge)<br />
Bauchraum<br />
Halswirbelsäule<br />
Brustwirbelsäule<br />
Lendenwirbelsäule<br />
Becken</td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">0,2<br />
3,0<br />
0,2<br />
0,3<br />
2,0<br />
5,0<br />
0,4<br />
0,1</td>
<td valign="bottom">mSv<br />
mSv<br />
mSv<br />
mSv<br />
mSv<br />
mSv<br />
mSv<br />
mSv</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="top">Mammographie:</td>
<td valign="bottom">(Film-Folien-System ohne Raster)</td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">1,0</td>
<td valign="bottom">mSv</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="top">Computertomographie:</td>
<td valign="bottom">Schädel<br />
Thorax (Lunge)<br />
Bauchraum</td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">2<br />
10<br />
7</td>
<td valign="bottom">mSv<br />
mSv<br />
mSv</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="top">Angiographie (DSA):</td>
<td valign="bottom">Herz (Herzkatheter)<br />
Nieren</td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">10<br />
10</td>
<td valign="bottom">mSv<br />
mSv</td>
</tr>
<tr>
<td width="10" valign="top">-</td>
<td valign="top">Durchleuchtung:</td>
<td valign="bottom">MDP<br />
Kolon KE<br />
Thorax (Lunge)</td>
<td width="80" align="center" valign="bottom">6<br />
3<br />
1,5</td>
<td valign="bottom">mSv<br />
mSv<br />
mSv</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> </p>
<p><a href="http://www.meb.uni-bonn.de/radiologie/Patienteninformation/Roentgen_Gefahr.html#oben">Zurück zur Übersicht</a></p>
<p> </p>
<hr /><a name="Risiko"></p>
<h3>Risikoabschätzungen im Vergleich</h3>
<p></a></p>
<p>In der folgenden Tabelle werden die Risiken, durch eine einmalige Röntgenuntersuchung der aufgeführten Regionen im Laufe des Lebens an einer strahleninduzierten Krebserkrankung zu versterben, in Relation zu anderen Risiken gesetzt. Die Risikoabschätzungen gelten für gesunde Menschen im mittleren Lebensalter.</p>
<p> </p>
<table border="2" cellpadding="5">
<tbody>
<tr>
<th>Untersuchung</th>
<th>Risiko</th>
<th>Vergleichbares Risiko</th>
</tr>
<tr>
<td>Röntgenuntersuchung<br />
- Hand<br />
- Zahn</td>
<td>1:10 Millionen</td>
<td>Innerhalb eines Monats vom Blitz erschlagen</td>
</tr>
<tr>
<td>Röntgenuntersuchung<br />
- Ellenbogen<br />
- Knie</td>
<td>1:1 Million</td>
<td>Innerhalb eines Jahres vom Blitz erschlagen</td>
</tr>
<tr>
<td>Röntgenuntersuchung<br />
- Lunge<br />
- Schädel</td>
<td>1:100 000</td>
<td>Innerhalb von 10 Jahren vom Blitz erschlagen</td>
</tr>
<tr>
<td>Röntgenuntersuchung<br />
- Brustwirbelsäule<br />
- weibliche Brust</td>
<td>1:40 000</td>
<td>Innerhalb von 3 Monaten einen tödlichen Verkehrsunfall erleiden</td>
</tr>
<tr>
<td>Computertomographie<br />
- Kopf<br />
- Beinvenen (Phlebographie)<br />
- Harntrakt (Urographie)</td>
<td>1:10 000</td>
<td>Innerhalb eines Jahres einen tödlichen Verkehrsunfall erleiden</td>
</tr>
<tr>
<td>Magen (MDP)<br />
Dünndarm (Sellink)<br />
Computertomographie<br />
- Wirbelsäule</td>
<td>1:2000</td>
<td>Innerhalb von 5 Jahren einen tödlichen Verkehrsunfall erleiden</td>
</tr>
<tr>
<td>Dickdarm (Kolon KE)<br />
Angiographie<br />
Computertomographie<br />
- Thorax (Lunge)</td>
<td>1:1000</td>
<td>Innerhalb von 10 Jahren einen tödlichen Verkehrsunfall erleiden</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p> </p>
<p>In der Regel dauert es viele Jahre bis eine strahleninduzierte Krebserkrankung auftritt. Für die Leukämie (Blutkrebs) geht man in diesem Dosisbereich von 15 Jahren, für andere Krebsformen von 40 Jahren aus.</p>
<p>Ein letztes Beispiel:<br />
Jeder vierte Mensch stirbt bei uns an einer Krebserkrankung. Dies entspricht somit einem Risiko von 25%. Durch eine einmalige Röntgenuntersuchung der Lunge erhöht sich das Risiko auf 25,001%. Durch eine veränderte Lebensweise läßt sich das Risiko um 5% verringern oder entsprechend erhöhen!</p>
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